In Flandern‘s Fields

Busreise der Akademie iik nach Ypern

Ypern Erfahrungsbericht / Bericht

Die Zerstörte Stadt Ypern nach dem Ersten WeltkriegAuf Flanderns Feldern, liegen noch heute, fast 100 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg, tausende Soldaten verscharrt. Opfer eines grausamen, ja unmenschlichen Krieges. Immer wieder findet man, bei Umbauarbeiten, bei der Aushebung von Fundamenten, oder dem Bau von Straßen neue Leichen, Zeugen der Geschichte. Gut 50 Schüler/innen der Jahrgangstufe 13 und 4 Lehrer begaben sich im September auf eine Reise in die Vergangenheit. Auf eine Reise nach Belgien, nach Flandern, in die Stadt Ypern.
Ypern war im Ersten Weltkrieg heiß umkämpft. In einem gigantischen Stellungskrieg bekämpften sich von 1914-1918 die Entente (Belgier, Franzosen, Engländer, sowie Truppen vieler weiterer Nationen wie Kanadier) und die Mittelmächte (Deutschland, Österreich und Ungarn) mehrere hunderttausende, teils junge Männer, Schüler, Studenten, Väter oder Brüder starben sinnlos auf den Schlachtfeldern bei Ypern. Hier wurde auch zum ersten Mal in der Geschichte der Neuzeit Giftgas eingesetzt, welches sich zu einer der Schrecklichsten Waffen im Stellungskrieg entwickelte. Wer nur einen Atemzug des Giftgases einatmete starb einen qualvollen, meist mehrere Stunden andauernden Tod. Ypern war im Mittelalter eine wunderschöne Handelsmetropole mit einer einzigartigen Tuchhalle, schönen Kirchen und einer wunderbaren Altstadt, so wurde sie während des Krieges in Schutt und Asche gelegt. Um einen Meter Land zu erobern, entschieden Generäle in der Ferne, das an der Front tausende ihr Leben lassen müssten.
Cross of Sacrifice - Friedhof nahe Ypern Besonders bedrückend fand ich eine Fotoreihe. Sie zeigt fröhliche und ausgelassene Britische Soldaten, die Fotos für die Heimat machten. Voller Siegesgewissheit machten sie sich auf den Weg zur Front. Von ihnen hat keiner den Krieg gewonnen, denn sie konnten ihre Bilder am nächsten Morgen nicht mehr abholen. Wenn sie Glück hatten, dann lagen sie schon in irgendwelchen Särgen oder wurden notdürftig begraben. Wer Pech hatte, der lag irgendwo in Schützengräben oder auf verdreckten Feldern und wurde von Ratten und Vögeln gefressen. Schlimme Bilder und traurige Lebensgeschichten wurden uns im Museum „In Flanderns Fields“ gezeigt. Mit einer Mischung aus Texten, Videos, Fotos, Animationen mit Special Effekten und echten Überbleibseln aus dem Krieg konnte das Museum sehr überzeugen. Zwischen Historischer Stadtführung und Museumsbesuch, der totale Bruch. 2 ½ Stunden Freizeit in dieser von der Geschichte geprägten Stadt. Während wir durch die Stadt gingen sahen wir so viel schönes, so gut wieder aufgebaute Häuser, dass man es gar nicht glauben wollte, dass Ypern noch vor 90 Jahren ein einziger Haufen Schutt und Asche war. Unglaublich wie schön die Stadt wieder geworden ist. Am späten Nachmittag machte sich dann ein Teil unserer Gruppe in Richtung Passendale / Zonnebeke zum sogenannten. „Tyne Cot Cemetery“ der größten Friedhofsanlage in der Nähe von Ypern.


9km von Ypern entfernt, liegen hier 11.900 Soldaten der Commonwealth Truppen begraben. Grundsätzlich hat mir (die Rückfahrt einmal ausgeschlossen, denn das ist eine ganz andere Kiste) die Studienfahrt total Spaß gemacht und war wirklich sehr empfehlenswert. Zum Abschluss noch einmal ein schönes Zitat von Jeannette Rankin: Man kann einen Krieg genauso wenig gewinnen wie ein Erdbeben.


Grabsteine Britischer Soldaten zwischen Zonnebeke und Paschandale


Ein Artikel von Nathalie Falkowski
Akademie für europäische Integration Interaktion und Kommunikation , Akademie iik
20. Oktober 2010.

Weitere Begriffe:
Sterben, Tod, Giftgasangriff, Flandernschlachten, Krieg, Erster Weltkrieg, Kämpfe, Grabenkrieg, Flandernschlacht, Grab,